In der kommunalen Gesundheitsförderung ist das Erreichen vulnerabler Bevölkerungsgruppen, zu der auch ältere Menschen gehören, und damit die Förderung Gesundheitlicher Chancengleichheit von zentraler Bedeutung. Kommunen tragen dazu bei, Bedingungen für ein gutes und gesundes Älterwerden zu gestalten – für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Vermögen oder Bildungsstatus.
Älter werden in der Kommune
Gesundheitsförderliche Lebensbedingungen schaffen
Kommunen werden auch als Dachsetting bezeichnet, denn sie umfassen mehrere räumlich eingegrenzte Lebenswelten wie Kitas, Schulen, Betriebe oder Pflegeeinrichtungen. Innerhalb einer Kommune können die soziale und physische Umwelt sowie die Lebensweise der Menschen besonders positiv beeinflusst werden. Dies stellt einen zentralen Ansatzpunkt in der Gesundheitsförderung dar, was auch im Regenbogenmodell nach Dahlgren und Whitehead (1991) veranschaulicht wird.
Präventionsnetze
Um die Maßnahmen und Angebote für Menschen in der zweiten Lebenshälfte innerhalb einer Kommune effektiv aufeinander abzustimmen, besteht das übergeordnete Ziel in der kommunalen Gesundheitsförderung darin, eine integrierte Gesamtstrategie zu erschaffen.
Die Rahmenbedingungen für ein gutes, gesundes und gerechtes Älterwerden im Quartier zu schaffen, ist eine komplexe und vielschichte Aufgabe, die ein gut funktionierendes Netzwerk aller beteiligter Akteur*innen erfordert. Im Verbund eines Präventionsnetzes schaffen die Beteiligten gemeinsam die Voraussetzungen, um für und mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte, also ab dem Alter 50plus und unabhängig von ihrem sozialen Status, ein unterstützendes Umfeld zu gestalten. Für den Erhalt der Gesundheit in jedem Lebensalter ist eine gelungene Bewältigung von Lebensübergängen erforderlich. Es handelt sich hierbei um Phasen von Veränderungen, die für die einzelne Person sowohl persönliches Entwicklungspotenzial als auch Risiken mit sich bringen. Im Gegensatz zum Kindes- und Jugendalter treten viele Lebensübergänge in der zweiten Lebenshälfte zwar nicht gänzlich unvorhersehbar, aber bezüglich der zeitlichen Abfolge individuell unterschiedlich auf. Sie stellen besondere Herausforderungen dar.
Zur Information kommunaler Akteur*innen hat die LVGFSH das Themenblatt „Präventionsnetze. Für ein gutes Älterwerden im Quartier.“ herausgegeben:
PDF herunterladen (680 KB)
Prozessbegleitung im Kreis Ostholstein
Als „Bündnis für Gesundheit“ ist die kommunale Gesundheitskonferenz ein Steuerungs- und Koordinierungsgremium, in dem die relevanten Akteur*innen, Entscheidungs- und Kostenträger*innen im Kreis Ostholstein Strategien, Ziele, Empfehlungen und Maßnahmenprogramme zur Gesundheitsförderung erarbeiten, welche über das „Prinzip Selbstverpflichtung“ umgesetzt werden sollen.
Mit der Konferenz im Juli 2025 in Eutin begann die neue inhaltliche Ausrichtung auf das Themenfeld „Gesund älter werden“. Die LVGFSH wurde vom Kreis Ostholstein beauftragt, die Arbeitsgruppe „Bewegungsförderung/Erhalt der Mobilität älterer Menschen“ zu leiten, deren erstes Treffen im August 2025 erfolgreich stattfand. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe werden in die politischen Gremien des Kreises (Kreistag und Fachausschüsse) eingebracht.
Weitere Informationen zur Gesundheitskonferenz Ostholstein finden Sie hier (externer Link).
Weitere Informationen zur Prozessbegleitung, Beratung und Unterstützung von Kommunen durch die LVGFSH finden Sie hier.
Kontakt
Dorothea Wilken-Nöldeke
wilken-noeldeke@lvgfsh.de
0431 – 710387 – 23